Birkenpech

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Mariz Gawaldan
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Birkenpech

Beitrag von Mariz Gawaldan » Dienstag 24. März 2020, 14:11

Um Beispielsweise die Kraft einer Rune mit der Wirkung eines Heilsteines zu verbinden war Birkenpech über mehrere Jahrhunderte das einzige Mittel, verschiedene Materialien miteinander zu verbinden.

Mechanische Verbindungen (z.B. das Einpassen eines Steines in ein Stück Holz) bringen zwar bereits Erfolge, jedoch ist das Verkleben die bisher einzig gefundene sinnvolle Verbindung. Der Kontakt zwischen den verschiedenen Materialien muss großflächig und dauerhaft sein.

Birkenpech hat jedoch einige Nachteile. Die Herstellung ist zwar nicht besonders kompliziert, muss jedoch wegen der Entstehung giftiger Gase im Freien erfolgen. Zur Verarbeitung muss es wieder Erwärmt werden, wobei dann wieder giftige Dämpfe entstehen. Ein Talisman aus mit Birkenpech verklebten Materialien an einem heißen Sommertag unter einer weißen Bluse getragen kann einem sehr gründlich den Tag vermiesen.

Dennoch: Birkenpech wurde nachweislich schon in der Steinzeit zum Verkleben und Abdichten genutzt, ist ein reines Naturprodukt und klebt wie Hölle.

Herstellung
Man benötigt etwas Lehm, eine Blechdose mit (Schraub-)Deckel und eine zweite Blechdose, die etwas kleiner als die erste ist.
Die kleinere Blechdose wird so in den Boden vergraben, dass der Rand 1-2cm über den Boden ragt. In den Deckel der größeren Blechdose bohrt man mittig ein Loch von ca. 4-6mm. Dann wird die Dose mit klein geschnittener Birkenrinde gefüllt, verschlossen und mit dem Deckel nach unten über die kleinere Dose gestellt. Um die Dose herum wird alles gut mit Lehm abgedichtet.
Um und eventuell auch über die Dose wird dann Holz geschichtet und entzündet.
Der Lehm sichert die Dose gegen Umfallen und verhindert das Austreten von Dämpfen, die sich sonst entzünden würden. Weiterhin verhindert er das Eindringen von Sauerstoff in die Blechdose.
Birkenpech entsteht durch trockene Destillation bei einer Temperatur zwischen 200 und 500°C. Bei einem Holzfeuer ist also eine Temperaturkontrolle im Normalfall nicht erforderlich. Wenn alles gut mit Lehm abgedichtet ist, also kein Sauerstoff eindringen kann, kommt es auch nicht zur Verkohlung oder Entzündung. Bei einem Fassungsvermögen von einem Liter dauert es etwa 30 bis 60 Minuten. Die Ausbeute an Birkenpech ist zwar gering, aber man braucht davon ja auch keine großen Mengen.
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Morag
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Re: Birkenpech

Beitrag von Morag » Mittwoch 19. August 2020, 22:56

Wie frisch muss die Rinde sein?

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